Das stille Gift

Nicola Förgs neuer Krimi mit Kriminalkommissarin Irmi Mangold und Kollegin Kathi aus dem Werdenfelser Land kommt diesmal ganz ohne krachledernes Alpenklischee daher. Ein Tourist bekommt beim Wandern versehentlich eine Ladung Gülle Das stille Gift ab. In der stinkenden Ladung des Treckers findet sich auch ein Teil aus Titan. Wie sich schnell herausstellt handelt es sich um ein Teil einer Hüftprothese, das sich aufgrund der Seriennummer einem seit vielen Jahren vermissten Bauern zuordnen lässt. Der Schwaiger hatte viel Pech im Leben, seine Kühe waren krank und starben weg. Er vermutete eine chronische Vergiftung mit tödlichen Botulinum-Erregern und kämpfte bis zu seinem mysteriösen Verschwinden aktiv gegen die Biogas-Industrie. Förgs Roman gleicht streckenweise einer Informationsschrift über die Rahmenbedingungen der industrialisierten Landwirtschaft, über Glyphosat, Massentierhaltung und Maismonokultur. Hochinteressant, gut recherchiert, aber sicher nicht nach jedermanns Geschmack, wenn der Leser eigentlich einen leichten, unterhaltsamen Regionalkrimi erwartet. Ein Alpenkrimi ganz ohne Alpenidylle.

Marion Sedelmayer

Marion Sedelmayer

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Das stille Gift

Das stille Gift

Nicola Förg
Pendo (2016)

318 S.
kt.

MedienNr.: 816199
ISBN 978-3-86612-345-8
9783866123458
ca. 14,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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