Als die Tage ihr Licht verloren

Stephanie von Hayek nähert sich in ihrem Roman einem dunklen Kapitel des Nationalsozialismus, dem Umgang des Regimes mit psychisch kranken Menschen. Die Geschichte wird anhand des Schicksals zweier Schwestern in Berlin in der Zeit Als die Tage ihr Licht verloren von 1932 bis 1940 erzählt. Gitte und Linda sind Töchter einer angesehen Berliner Bürgerfamilie. Gitte ist die Angepasstere, möchte Jura studieren und arbeitet im Reichsministerium. Linda ist mit ihrer Stelle im Büro sehr unglücklich. Das ändert sich, als sie den sensiblen Schuhmacher Erich kennen und lieben lernt. Sie heiratet ihn, in seiner Nähe fühlt sie sich verstanden und Erich lässt sie in seinem Laden ihre kreativen Träume verwirklichen. Als Erich eingezogen wird und plötzlich ihre Briefe nicht mehr beantwortet, verfällt Linda in eine tiefe Depression. Sie kann das Haus nicht mehr verlassen und Erichs Laden nicht weiterführen. In Zeiten des Dritten Reiches ist dies eine gefährliche Entwicklung und schließlich soll Linda in eine Heilanstalt eingeliefert werden. Erst in letzter Minute gelingt es, das Schlimmste zu verhindern. - Die Autorin schafft es, die Geschehnisse dieser Zeit in ihre Geschichte zu integrieren und die Stimmung und Ängste spürbar zu machen. Das Buch fordert auf, sich mit einer bisher eher wenig beachteten Problematik zu befassen. Für alle Bestände empfohlen.

Bettina Sickenberger

Bettina Sickenberger

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Als die Tage ihr Licht verloren

Als die Tage ihr Licht verloren

Stephanie von Hayek
Pendo (2019)

304 S.
fest geb.

MedienNr.: 913658
ISBN 978-3-86612-466-0
9783866124660
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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