Wohin wir gehen

Die 82-jährige Almut, die an Parkinson leidet, wird von Kristine, der Freundin ihrer Tochter Elli, betreut, die berufsbedingt von Berlin nach Basel gezogen ist. Die Geschichte der alten Almut und der Freundschaft zwischen Elli und Wohin wir gehen Kristine wird unterbrochen von Rückblicken Almuts. In den 40er Jahren muss sie nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrer Freundin Rosa und deren Familie die Tschechoslowakei verlassen; sie leben in der DDR und teilen die Erfahrungen von Verlust und Entwurzelung; die frühe DDR wird aus Almuts Sicht zunächst durchaus positiv geschildert. Almut und Rosa werden Lehrerinnen und ziehen nach Berlin. Dann trennen sich ihre Wege, Rosa flieht 1960 in den Westen, Almut bleibt. Die Trennung der Freundinnen dauert bis zum Fall der Mauer. Ähnlich ergeht es Elli und ihrer Freundin Kristine. Nach Almuts Tod bleiben sie getrennt, aber innerlich verbunden. - Am Beispiel der Familien von Almut und Rosa erzählt die Autorin von Krieg und Vertreibung, von Nationalismus und Kommunismus, von den Anfangszeiten der DDR mit ihrer ausufernden Bürokratie, vom Mauerfall und vom Berlin der Gegenwart. Ihr Motiv ist das der "Beheimatung", sie fragt nach Wurzeln und Herkunft, danach, wie man sich bei ständigen Veränderungen neu "beheimaten" kann. Ein zum Nachdenken anregendes Buch über Freundschaft, die Weggehen überdauert. Empfohlen.

Ileana Beckmann

Ileana Beckmann

rezensiert für den Borromäusverein.

Wohin wir gehen

Wohin wir gehen

Peggy Mädler
Galiani Berlin (2019)

219 S.
fest geb.

MedienNr.: 596038
ISBN 978-3-86971-186-7
9783869711867
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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Auszeichnung: Roman des Monats