Wir selbst

Nach dem Ersten Weltkrieg gründeten Deutsche an der Wolga die Autonome Sozialistische Sowjetrepublik der Wolgadeutschen, die bis 1941 bestand. Im Zentrum dieses fesselnden Romans über die Wolgarepublik stehen Heinrich Kempel und Wir selbst seine große Liebe Elly Kraus. Kempel, Sohn eines Kleinbauern, geht in die Stadt, wird Schlosser und später Ingenieur. Elly Kraus arbeitet an den Strickmaschinen der Fabrik Clara Zetkin. Sie ist, ohne es zu wissen, die Tochter eines geflohenen Fabrikanten. - Dass dieser Roman mehr als 79 Jahre nach Sawatzkys Tod im Gulag erscheinen konnte, ist selbst schon wieder Stoff für einen Roman. Gerhard Sawatzky schrieb viele Jahre an diesem Roman. 1943 sollte er gedruckt werden, was im letzten Moment von Stalin verboten wurde. Ein ausführlicher Anhang liefert Hintergrundinformationen über den Autor, die Zeit und deren Literatur, was die Geschichte den Leser-/innen noch tiefer erschließt. Doch auch ohne ihn wird man intensiv in eine vergangene Welt eintauchen. Ein sehr empfehlenswerter historischer Roman.

Nicole Lorrig

Nicole Lorrig

rezensiert für den Borromäusverein.

Wir selbst

Wir selbst

Gerhard Sawatzky ; wiederentdeckt, herausgegeben und mit einem dokumentarischen Anhang zur deutschen Wolgarepublik und ihrer Literatur versehen von Carsten Gansel
Galiani Berlin (2020)

1080 Seiten : Illustrationen, Karte
fest geb.

MedienNr.: 600439
ISBN 978-3-86971-204-8
9783869712048
ca. 36,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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