Die Staatsräte

Der Autor stellt zunächst das Organ des Preußischen Staatsrats vor, der auf Initiative von Hermann Göring geschaffen wurde und den Eindruck vermitteln sollte, dass die Elite des Reichs fest zum Führerstaat stand. Für seine Darstellung Die Staatsräte wählte Lethen vier Persönlichkeiten aus, die in ihrem Fach unumstrittene Koryphäen waren, nämlich den Staatsrechtler Carl Schmitt, den Dirigenten Wilhelm Furtwängler, den Schauspieler Gustaf Gründgens und den Chirurgen Ferdinand Sauerbruch. Er stellt diese Vier eingehend vor, zeigt mit reichlich Zynismus auch deren Schwächen auf und lässt sie in sieben imaginären Treffen, zum Teil auch nach dem Tod, zwischen 1936 und 1963 zusammenkommen und sich austauschen. Alle vier sind nicht voll mit der NS-Ideologie einverstanden, verhelfen auch verfolgten Juden zur Auswanderung, lassen sich aber, nicht zuletzt aus Egoismus, vom Regime als Aushängeschild vereinnahmen. Der Leser erhält Einblick in viele auch weniger bekannte Vorgänge im Dritten Reich wie die Widerstandsgruppe "Rote Kapelle", die Hintergründe für die Katastrophe von Stalingrad und die vielen Todesurteile und Hinrichtungen. - Eine interessante Lektüre für Leser mit Interesse an der jüngeren Geschichte.

Hans Niedermayer

Hans Niedermayer

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die Staatsräte

Die Staatsräte

Helmut Lethen
Rowohlt (2018)

350 S.
fest geb.

MedienNr.: 886830
ISBN 978-3-87134-797-9
9783871347979
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge
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