September in Varna

1965 kam der Autor siebzehnjährig als Student nach München, wo er Politikwissenschaft studierte. Nach dem Sturz des Schahs 1979 ging er kurzzeitig in den Iran. Die dort durch die Mullahs neu begründete Theokratie aber veranlasste September in Varna ihn, wieder in das deutsche Exil zurückzukehren. Hier besitzt er nunmehr die deutsche Staatsangehörigkeit und schreibt Lyrik und Prosa in deutscher Sprache, die er in all ihren Nuancen beherrscht und als seine "Behausung" begreift. SAIDs Grundthemen sind vor allem Liebe und Exil. So auch in "September in Varna". Hier trifft sich ein Mann mit einer Frau, die er kaum kennt, in der bulgarischen Stadt Varna. Beide leben in Deutschland - er seit 50 Jahren hier im Exil. Sie sprechen dieselbe Sprache, seine Muttersprache. Zum ersten Mal seit Jahren hört er Liebesgeflüster auf Persisch. Sie stammen beide aus Teheran und haben die Stadt seit Jahren nicht besucht - aber sie tobt in ihren Erinnerungen. Jene Stadt, die ihre Heimat war, ist nicht mehr. Vieles in der bulgarischen Stadt Varna erinnert die Liebenden an "ihre" Stadt. Straßenlaternen, herrenlose Katzen, manche Speisen und besonders die Menschen. Sie ergeben sich schließlich dem Trugbild. Keine Liebesgeschichte im herkömmlichen Sinn - wer aber gerne Gedichte liest, der kommt auf seine Kosten.

Markus John

Markus John

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

September in Varna

September in Varna

Said
Konkursbuch Verlag Claudia Gehrke (2019)

93 Seiten : Illustrationen
fest geb.

MedienNr.: 927706
ISBN 978-3-88769-679-5
9783887696795
ca. 12,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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