Larung

Larung kommt eines Tages zu seiner Großmutter um sie zu töten. Die alte Frau fristet schon lange ein Dasein wie eine lebendige Leiche, glaubt er. Obwohl Larung sie liebt, weiß er, wozu Menschen fähig sind, wenn sie einen Menschen Larung loswerden wollen, der ihnen Angst macht. Als kleines Kind hatte er miterlebt, wie Regierungstruppen 1965 seinen Vater abführten, folterten und umbrachten, nur weil Nachbarn ihn bezichtigt hatten, am angeblich von Kommunisten initiierten Putschversuch beteiligt gewesen zu sein. Larung befürchtet nun, dass seine Großmutter, der schwarze Magie nachgesagt wird, bei lebendigem Leib begraben wird, sollte er wie sein Vater, früher sterben als sie. Bei der Einäscherung der Großmutter trifft er auf Yasmin, die Verfolgten zur Flucht verhilft und wird bald selbst einer ihrer Schützlinge. - Die indonesische Schriftstellerin Ayu Utami gibt Einblicke in ihre immer wieder von politischen Unruhen erschütterte Heimat und deren soziales Gefüge, das nicht zuletzt von einem alten, indigenen Zauberglauben geprägt ist. Utamis Charaktere hinterfragen ihre Handlungen kaum und handeln ohne viel von sich preiszugeben. Anspruchsvoll, für Leser/innen, die sich für indonesische bzw. asiatische Literatur interessieren. (Übers.: Peter Sternagel)

Adelgundis Hovestadt

Adelgundis Hovestadt

rezensiert für den Borromäusverein.

Larung

Larung

Ayu Utami
Horlemann (2015)

324 S.
fest geb.

MedienNr.: 582281
ISBN 978-3-89502-393-4
9783895023934
ca. 19,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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