Hakenkreuz und rundes Leder

Das zur Zeit wohl umfassendste Buch über Nationalsozialismus und Fußball dokumentiert die Ausschaltung der Arbeitersportvereine sowie des katholischen Sportverbandes DJK, von der die anpassungsbereiten DFB-Funktionäre profitierten. Hakenkreuz und rundes Leder Es werden Einzelschicksale wie das des jüdischen Nationalspielers Julius Hirsch vorgestellt, der in einem KZ ermordet wurde, oder die posthume Behandlung der Nazi-Zeit in Jubiläumsschriften verschiedener Vereine beleuchtet. Ausführlichen Raum nimmt die Machtübernahme bei prominenten Vereinen ein: So wurde der FC Bayern aufgrund seiner zahlreichen jüdischen Funktionäre massiv benachteiligt, während sich der "Arbeiterverein" Schalke 04 den neuen Machtverhältnissen geschmeidig anpasste. Das Buch räumt auch den jüngsten Thesen des Sporthistorikers Nils Havemann einen angemessenen Raum ein, auch wenn sie von den Herausgebern kritisiert werden. Havemann sieht im DFB einen unideologischen Massensportverband, dem v.a. an einem reibungslosen Spielbetrieb für seine Mitglieder gelegen war. Die durchwegs verständlich geschriebenen Beiträge gliedern sich von der Gleichschaltung des Fußballsports bis zur Verdrängung der Ereignisse nach dem Zweiten Weltkrieg. Kritische und zeithistorisch interessierte Fußballfreunde finden in diesem fesselnden Lesebuch sicher eine faszinierende Lektüre.

Alois Bierl

Alois Bierl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Hakenkreuz und rundes Leder

Hakenkreuz und rundes Leder

Lorenz Peiffer ... (Hrsg.)
Verl. Die Werkstatt (2008)

606 S. : zahlr. Ill.
fest geb.

MedienNr.: 289312
ISBN 978-3-89533-598-3
9783895335983
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Sp
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