Gegen Ende des Morgens

Das Zeitungswesen im London der 60er Jahre, geballt angesiedelt rund um die Fleetstreet, und dort die Redaktion für Vermischtes und Kreuzworträtsel - das ist die Szenerie und der Hintergrund dieses Romans, der 1967 erschien und jetzt Gegen Ende des Morgens erstmals ins Deutsche übersetzt wurde. John Dyson, der Redaktionsleiter, versucht vergeblich aus dem Trott herauszukommen, träumt von einer Fernsehkarriere. Doch er lebt seinen hektischen Alltag, umgeben vom pensionsreifen, permanent schlafenden Eddy und dem Toffees liebenden Bob. Dyson bekommt schließlich seine Chance, aber er weiß seinen "späten Morgen" (S. 315) nicht zu nutzen. - Frech und humorvoll beschreibt Michael Frayn detailliert die Rituale und die Hektik des Zeitungsbetriebs, die verzweifelten Versuche herauszukommen, denn "mit Vierzig ist ein Journalist ja sowieso am Ende" (S. 28). Ein schneller, bissiger Roman, der die Eitelkeit und Zerbrechlichkeit des Systems beschreibt. (Übers.: Miriam Mandelkow)

Sabine Schaefer-Kehnert

Sabine Schaefer-Kehnert

rezensiert für den Borromäusverein.

Gegen Ende des Morgens

Gegen Ende des Morgens

Michael Frayn
Dörlemann (2007)

316 S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 276289
ISBN 978-3-908777-30-4
9783908777304
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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