Ein Nachmittag im Herbst

Die Geschichte beginnt mit einem zutiefst verstörenden Ereignis: ein junges norwegisches Paar verbringt ein paar Tage Urlaub in New York. Sie besuchen das Metropolitan Museum. Die junge Frau, Rakel, sucht die Toilette auf; als sie Ein Nachmittag im Herbst zurückkommt, ist ihr Mann verschwunden. Sie wartet, sie sucht, schließlich geht sie zurück ins Hotel. In den nächsten Tagen geht sie Hinweisen nach, redet mit der Museumswärterin, die ihren Mann zuletzt gesehen hat, mit einem Antiquar, der die Brieftasche ihres Mannes gefunden hat, aber alles bleibt sehr vage. Hilfsangebote, die sie zuversichtlich stimmen, entpuppen sich als halbherzig und lassen die junge Frau einsam und handlungsunfähig zurück. Verzweifelt kämpft sie gegen das Gefühl, in dieser fremden Stadt auch selbst verloren zu gehen. - Der Leser wird in diese absurde Situation hineingeschleudert und kann sich dem Rätsel, das da heraufbeschworen wird, nicht entziehen. Der Drang, wissen zu wollen, was eigentlich passiert ist, macht diesen Roman zu einem echten Page-turner. Gleichzeitig berühren den Leser, während er die Reaktionen von Rakel verfolgt und ihre Verunsicherung miterlebt, Fragen wie: Was würde ich in dieser Situation tun? Was wäre angemessen? Kann so etwas tatsächlich vorkommen? - Lesenswert! (Übers.: Ina Kronenberger)

Ulrike Braeckevelt

Ulrike Braeckevelt

rezensiert für den Borromäusverein.

Ein Nachmittag im Herbst

Ein Nachmittag im Herbst

Mirjam Kristensen
Dörlemann (2009)

222 S.
fest geb.

MedienNr.: 562217
ISBN 978-3-908777-48-9
9783908777489
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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