Wie mit Gabeln aufs Wasser geschrieben

Mit dem Zug fahren? Im stickigen Abteil und inmitten lärmigen Gezeters auf einer schmalen Kante kauern? Nein, danke. Der Ich-Erzähler aus Michail Sostschenkos Kurzgeschichte "Der Passagier" weiß, wovon er spricht. Denn Wie mit Gabeln aufs Wasser geschrieben Mitte der 20er Jahre beherrschen Mangel und Korruption den sowjetischen Alltag. Der Wohnraum ist knapp ("Puschkin"), in den Krankenhäusern fehlt das Nötigste ("Eine Krankheitsgeschichte"), das Transportwesen verdient seinen Namen nicht ("Der Passagier", "Die Mütze"). Als sensibler Schriftsteller registriert Sostschenko (1895-1958) die Zeitereignisse und verarbeitet sie in satirischen, in volkstümlicher Sprache geschriebenen Kurzgeschichten. Aus dem tiefen Widerspruch zwischen parteipolitischem Programm und gesellschaftlicher Realität entstehen jene tragikomischen Situationen, die für den russischen Autor charakteristisch sind. (Übers.: Thomas Reschke).

Kirsten Sturm

Kirsten Sturm

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Wie mit Gabeln aufs Wasser geschrieben

Wie mit Gabeln aufs Wasser geschrieben

Michail Sostschenko
Persona-Verl. (2004)

237 S.
fest geb.

MedienNr.: 215854
ISBN 978-3-924652-32-6
9783924652326
ca. 17,50 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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