Ohrenberg oder der Weg dorthin

Graf Ohrenberg und sein Sekretär Aschmann lernten sich einst durch Zufall auf einem Schrottplatz kennen und verbrachten die Wirren des Zweiten Weltkrieges gemeinsam, zum Teil im Exil, bevor sie sich wieder aus den Augen verloren. Ohrenberg oder der Weg dorthin Nun am Ende ihres Lebens wollen sie sich noch einmal treffen, und Aschmann macht sich auf den Weg, um Graf Ohrenberg, der auf einem verlassenen Funkturm mitten im Nirgendwo des Thüringer Berglandes lebt, zu besuchen. Der Erzähler beschreibt nun die Stunden vor dem Zusammentreffen abwechselnd aus der Sicht Aschmanns und aus der Sicht Graf Ohrenbergs. Beide hängen ihren Erinnerungen nach. Ihre Gedanken kreisen um ihre persönliche Geschichte, aber auch um die historischen Ereignisse des vergangenen Jahrhunderts, um ontologische Fragen sowie um die profanen Kleinigkeiten des alltäglichen Lebens. Bis schließlich die Sonne aufgeht und Aschmann Ohrenbergs Funkturm erreicht. - Aufgrund der langen Assoziationsketten und der unmarkierten Wechsel der Sprechsituation erweist sich Popps Roman als anspruchsvolle und mitunter auch anstrengende Lektüre. Philosophisch interessierten Lesern jedoch gerne empfohlen.

Stefanie Brösigke

Stefanie Brösigke

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Ohrenberg oder der Weg dorthin

Ohrenberg oder der Weg dorthin

Steffen Popp
kookbooks (2006)

Reihe Prosa ; 6
144 S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 263015
ISBN 978-3-937445-17-5
9783937445175
ca. 19,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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