Die Grube

"Die Grube" - das ist der Braunkohletagebau Garzweiler II am Niederrhein in Nordrhein-Westfalen. Seit Jahrzehnten wird dort Braunkohle für die Stromerzeugung aus einer riesigen Grube gebaggert. Das hört sich harmloser an, Die Grube als es ist: Für die Menschen bedeutet das, dass sie ihre Heimat nur noch auf Zeit haben, ihr Dorf wird zerstört werden, ihre Gärten und Äcker verschwinden in dem Loch. Der Roman beginnt im Jahr 2010. Die Ich-Erzählerin Lale wohnt in Borschenich, das demnächst dem Bagger zum Opfer fallen soll. Sie erzählt vom Leben ihrer Familie nahe Garzweiler auf dem Aschhoffschen Hof, der aus dem Jahr 1794 stammte. - Bachér beschreibt die Auswirkungen, die die Zerstörung der Heimat auf die Menschen hat, auch wenn es der Autorin mehr darauf ankommt, die politische Entscheidung für den Profit von Unternehmen und gegen die eigenen Bürger zu verurteilen. Hier bezieht sie eindeutig Stellung; sie sieht darin eine moderne Form des Kolonialismus. Ihre Empörung tut dem Roman nicht immer gut, ist jedoch verständlich vor dem Hintergrund ihrer jahrzehntelangen Beschäftigung mit dem Thema und der Tatsache, dass die Zerstörung nicht Geschichte ist, sondern nach wie vor weiter geht - bis 2045. Ein in Thema und Umsetzung nicht leichtes Buch, das aber gerade, weil es viele Menschen in ihrer Erinnerung und im heutigen Leben betrifft, wichtig ist.

Nicole Hochgürtel

Nicole Hochgürtel

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Grube

Die Grube

Ingrid Bachér
Dittrich (2011)

173 S.
fest geb.

MedienNr.: 569761
ISBN 978-3-937717-70-8
9783937717708
ca. 17,80 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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