Souvenirs

Hélene de Beauvoir berichtet über ihr Leben als junge Frau und Künstlerin im Paris der 20er und 30er Jahre, während des Krieges in Portugal, dann in Wien, Belgrad, Marokko, Mailand und schließlich im Elsass. 1942 heiratete sie Souvenirs einen späteren Kulturattaché, dessen Beruf die vielen Wohnortwechsel mit sich brachte. Kritisch, aber doch verständnisvoll beschreibt sie das als einengend empfundene Elternhaus. Interessante Themen sind auch ihre künstlerische Entwicklung, die Auseinandersetzung mit verschiedenen Kunstrichtungen und die Suche nach einem eigenen Stil. Wichtige Bezugsperson war immer die große Schwester. Umso trauriger Simones Tod im Jahr 1986. Hélene verarbeitet das Ereignis in einer Reihe von Trauerbildern. Der 1987 erschienene französische Text beruht auf einer Reihe von Interviews, weshalb er sich sehr gut lesen lässt und eher an ein Gespräch erinnert. Einige Ergänzungen hat die Herausgeberin Karin Sagner hinzugefügt: einen einführenden Text sowie einen tabellarischen Lebenslauf (erweitert bis zu Hélenes Tod im Jahr 2001, merkwürdigerweise ohne den Tod ihres Mannes 1990 zu erwähnen), Familienfotos, Zitate aus Briefen, Ausstellungskatalogen und anderen Texten (u.a. von Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre). Einige z.T. farbige Abbildungen geben außerdem einen guten Einblick in Hélenes verschiedene Schaffensphasen. Leider fehlt ein Literaturverzeichnis. - Empfehlenswert.

Eva Richter

Eva Richter

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Souvenirs

Souvenirs

Hélène de Beauvoir
Sandmann (2014)

287, [8] S. : zahlr. Ill. (z.T. farb.)
fest geb.

MedienNr.: 399938
ISBN 978-3-938045-89-3
9783938045893
ca. 24,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ku
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