Das Getriebe

Der Meereskundler Guibert heuert auf der "Leviathan" an, deren Mannschaft durch ein geheimnisvolles U-Boot in Unruhe versetzt wird. Guibert dringt mit zwei weiteren Männern in die Tiefe des Maschinenraums ein - mit fatalen Das Getriebe Folgen. Ohne Kontakt zur Außenwelt sind die Arbeiter der unbarmherzigen Technik des Schiffes ausgeliefert, selbst wie Maschinen handelnd, abgestumpft, sich ihrer ausweglosen Situation hingegeben. Guibert wirkt als "Störfall"; von der Seekrankheit geschwächt, sucht er Zuflucht im Herzen der Maschinerie. Als Allegorie der totalen Industrialisierung, in der Menschenmaterial verwertet und ausgesondert wird, ist diese Graphic Novel zu lesen. Man mag sich an Kafkas "Schloss" oder Travens "Totenschiff" erinnert fühlen, in denen verzweifelte Existenzen versuchen, einen letzten Rest an Humanität zu bewahren. Groteske Bildwelten, mit nervösem Strich gezeichnet, vertiefen diesen verstörenden Eindruck. Ab mittleren Beständen.

Dominique Moldehn

Dominique Moldehn

rezensiert für den Borromäusverein.

Das Getriebe

Das Getriebe

Christophe Blain
Reprodukt (2008)

80 S. : überw. Ill. (farb.)
kt.

MedienNr.: 558830
ISBN 978-3-938511-84-8
9783938511848
ca. 15,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
Diesen Titel bei der ekz kaufen.
Titel der Ausgabe:
Auszeichnung: