Der Librettist

Als W. A. Mozarts Librettist ("Don Giovanni", "Così fan tutte" und "Figaro") ist Lorenzo Da Ponte Opernkennern ein Begriff. Dass der Italiener aber weit mehr als Textdichter fürs Musiktheater war, nämlich Der Librettist auch Hauslehrer, Universitätsdozent, Impresario, Theaterleiter, Finanzverwalter, Verleger und zeitweise Buchhändler, wird durch diesen Roman wohl selbst Musikexperten erst bekannt. Der schwedische Autor dieses biografischen Romans geht nicht chronologisch vor, greift oft vor und zurück, sodass des Lesers Aufmerksamkeit gefordert wird. Belohnt wird die Mühe der Lektüre aber durch die farbenprächtige Schilderung der nicht selten frappierenden Umstände, die den jüdisch geborenen Theaterpoeten am Wiener Hofe im Rock eines katholischen Priesters in die Arme diverser attraktiver Damen führten - ob in Venedig oder in Wien -, wie sie ihn in Geldsorgen und andere heikle Situationen warfen. Da Pontes Begegnungen mit Kaiser Joseph II., Mozart, Casanova, Salieri, sogar (in einer Kurz-Szene) mit dem jungen, verzweifelten Beethoven würzen den anspruchsvollen, im Grundton humorvoll gehaltenen Roman in besonderer Weise. Radström lässt seinen Helden im hohen Alter von bald 90 Jahren in New York, der letzten Station des Reiselustigen, auf ein bewegtes Leben zurückblicken. - Vor allem für Mozart-, aber auch generell für Musiktheater-Freunde lohnend. (Übers.: Maike Dörries, Frank Zuber)

Hans Gärtner

Hans Gärtner

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Der Librettist

Der Librettist

Niklas Rådström
Osburg (2011)

326 S.
fest geb.

MedienNr.: 351114
ISBN 978-3-940731-67-8
9783940731678
ca. 19,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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