Ich sollte

Kaum hat der Tag begonnen, fangen auch die Anforderungen an. Sie kommen als Aufforderungen auf uns zu, von den Eltern, den Lehrern, dem Chef. Oft sind sie so massiv, dass wir sie als die unseren ansehen, gegen manch' andere setzen Ich sollte wir uns zur Wehr. Man sollte: anfangen, seine Grenzen kennen, Entscheidungen treffen, aufräumen, Ja zum Leben sagen, etwas bereuen, sich beeilen ... Wo bleiben die eigenen Wünsche, wo bleibt das Ich? In diesem dritten gemeinsamem Werk des niederländischen Autors und der belgischen Illustratorin (zul. "Ich wünschte", BP/mp 13/429 und "Ich denke", BP/mp 16/204) wird der Gedankenwelt hinter dem "Ich sollte" Raum gegeben, den Widerständen, den freien Energien, dem Sich-Fügen, den Selbstzweifeln. Es sind Meditationen, die in den Anforderungen ihren Anfang nehmen und die als Gedankenreise ins Offene laufen. Zu den Essays gesellen sich die Porträts hinzu, denen man die Monologe zuspricht: Kinder, Frauen, Menschengruppen. Ihnen ist etwas Vergangenes zu eigen (wohl dienten alte Fotografien als Vorlage) und durch die zeichnerische Bearbeitung wurde ihnen eine Aura verliehen, die sie (ähnlich den Texten) in eine tiefe Melancholie tauchen. Jede Altersgruppe wird sich in der Lektüre wiederfinden und dann jedem "ich sollte" einen eigenen Reflexionsraum eröffnen können. - Sehr empfehlenswert ab 14 Jahren. (Übers.: Birgit Erdmann)

Dominique Moldehn

Dominique Moldehn

rezensiert für den Borromäusverein.

Ich sollte

Ich sollte

Porträts von Ingrid Godon mit Texten von Toon Tellegen
mixtvision (2018)

91 S. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.

MedienNr.: 595806
ISBN 978-3-95854-107-8
9783958541078
ca. 29,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: J
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