Der leidenschaftliche Buchhalter

Der Autor, studierter Germanist und Musikwissenschaftler, Feuilletonredakteur einer großen Zeitung, stellt die Entwicklung der Philologie dar, ihre Loslösung von der Theologie, ihre autonome Machtposition in den Geisteswissenschaften Der leidenschaftliche Buchhalter des 19. Jahrhunderts und ihre heutige Krise. Die Künste der alten Philologie, das Sammeln, Ordnen, Bewahren und Auslegen der Texte werden heute gepflegt von den Fans der Popkultur und von Amateuren in Sport, Musik und Film, kurz in allen Bereichen, die dem Kult und dem Mythos ihrer prominenten Repräsentanten mit dem Habitus der Demut, der Sehnsucht, der Strenge und Autorität einen Kanon schaffen und den Nachruhm sichern helfen. Das alles ist keineswegs erzählt, sondern in philologischer Manier stringent, anspruchsvoll und konzentriert dargestellt und mit vielen Literaturhinweisen in Fußnoten belegt. Keine leichte Lektüre. Aber für die Philologen der akademischen und der postakademischen Textkultur zu empfehlen.

Heinrich Halm

Heinrich Halm

rezensiert für den Borromäusverein.

Der leidenschaftliche Buchhalter

Der leidenschaftliche Buchhalter

Thomas Steinfeld
Hanser (2004)

246 S.
fest geb.

MedienNr.: 544850
ISBN 978-3-446-20550-5
9783446205505
ca. 17,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ha
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