Kriegsreporter

Reichelt (*1980), inzwischen Chefreporter bei "Bild", war seit 2005 in den Kriegs-, und Katastrophenregionen der Welt unterwegs: Irak und Afghanistan, Georgien und Israel, Darfur und Thailand unmittelbar nach dem Tsunami. Kriegsreporter Ist der Autor vielleicht auch von der voyeuristischen Absicht, 'Nichts' zu verpassen, getrieben und wird er von "Bild" wohl auch dafür bezahlt, effektheischende Berichte zu liefern: Dieses Buch überrascht durch eine andere Perspektive. Reichelt erzählt von einzelnen Menschen, ihrem Schmerz, ihrer Trauer und ihrem Überlebenswillen. Er ergreift Partei für die Opfer. Er folgt jungen Soldaten in den Krieg, in die Verstümmelung und in den Tod. Er reflektiert die Sinnlosigkeit weltpolitischer Konflikte aus der Sicht der Täter und Opfer und wird selbst zum Beteiligten. Jenseits des oftmals unter Journalisten üblichen nüchternden Reportagestils verarbeitet ein junger Autor hier seine Betroffenheit. Nur die emotionsgeladenen Tage in Rom beim Tod von Papst Johannes Paul II berührten ihn nicht. Dennoch aufrüttelnd und lesenswert.

Siegfried Schmidt

Siegfried Schmidt

rezensiert für den Borromäusverein.

Kriegsreporter

Kriegsreporter

Julian Reichelt
Fackelträger (2009)

224 S. : Ill.
kt.

MedienNr.: 305401
ISBN 978-3-7716-4396-6
9783771643966
ca. 16,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ha
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