Die Fronten sind überall

Zu den spannendsten, verantwortlichsten, aber auch gefährlichsten Arbeitsfeldern eines Journalisten gehört die Reportage aus Kriegsgebieten. Jährlich werden unzählige Journalisten getötet oder verschleppt, die vor Ort über Kriege Die Fronten sind überall und Gewalt berichten. Sie begeben sich mit nur wenigen Hilfsmitteln in eine Weltregion, in der ein Kriegszustand herrscht, und müssen dann für eine Zeitung oder eine Fernsehanstalt über die Ereignisse berichten. Von diesen Korrespondentenberichten hängt dann auch ab, wie der jeweilige Konfliktherd "zu Hause" beurteilt wird. Wie nur wenige verfügt die österreichische Journalistin Antonia Rados über einen großen Fundus an Erfahrungen, den sie in diesem Band in der Form von Vorlesungen und in einem Gespräch mit Studenten präsentiert. Sie korrigiert weit verbreitete Vorstellungen über einen "Helden-Journalismus" direkt vorne an der Front des Geschehens, zeigt aber auch ganz pragmatisch, auf was man in Kriegsreportagen achten muss, um nicht von den verschiedenen Interessen und Parteien instrumentalisiert zu werden. Allen normalen Medienkonsumenten kann das Buch genauso empfohlen werden wie jungen Journalisten, die auch einmal so wie "die Rados" an den aufregendsten Ecken der Welt arbeiten möchten. Desillusionierend ist die Lektüre für beide Lesegruppen - und das ist auch gut so.

Carl Wilhelm Macke

Carl Wilhelm Macke

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die Fronten sind überall

Die Fronten sind überall

Antonia Rados
Picus-Verl. (2009)

154 S.
fest geb.

MedienNr.: 317131
ISBN 978-3-85452-648-3
9783854526483
ca. 15,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ha
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