Geschichte und Gesellschaft

Demokratie ohne Mehrheit

Das deutsche Parteiensystem hat nach dem Krieg jahrzehntelang funktioniert und dem Land erstaunliche Stabilität geboten. Doch nicht nur Deutschland, die ganze Welt ist in einem radikalen Wandel: das Ende der Machtkonstellationen nach Demokratie ohne Mehrheit dem Zweiten Weltkrieg, die politische und wirtschaftliche Globalisierung, drängende Umweltprobleme, weltweite Migrationen - das alles rüttelt nicht nur an der über 50 Jahre funktionierenden politischen Stabilität. Es stellt auch die Parteien vor ganz neue Herausforderungen. Doch diese gilt es zu meistern, wollen wir das demokratische System, in dem wir leben und das trotz aller Misslichkeiten im Detail wohl immer noch das beste aller möglichen ist, retten und für eine gelingende Zukunft behutsam transformieren. Das ist das Credo des Autors, der mit überaus großer Sachkenntnis die Geschichte der deutschen (und österreichischen) Parteien und Demokratie erklärt und deutet, aktuelle Entwicklungen bewertet und fundierte Prognosen zu stellen weiß. Besonders schön an diesem Buch: Es strotzt nicht nur vor Sachkenntnis und weisen Gedanken. Koß pflegt einen ebenso sprachlich schönen wie leicht verständlichen Stil, so dass dieses Buch für jeden (ab etwa 16 - 18 Jahren) leicht verständlich und durchaus auch - trotz des schwerwiegenden Themas - unterhaltsam zu lesen ist. Und es sollte wirklich auch von jedem gelesen werden, der sich für Politik und unsere Gesellschaft und deren Zukunft interessiert. Dieses Buch gehört in jede Bücherei.

Günter Bielemeier

Günter Bielemeier

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Demokratie ohne Mehrheit

Demokratie ohne Mehrheit

Michael Koß
dtv (2021)

270 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 604035
ISBN 978-3-423-28263-5
9783423282635
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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