Zwischen Bullerbü und Tierfabrik

Der Journalist und Kommunikationsprofi Andreas Möller beschreibt zunächst das Verschwinden der herkömmlichen bäuerlichen Strukturen. Nur noch 1,4 % der Erwerbstätigen arbeiten in der Landwirtschaft (nach dem Zweiten Weltkrieg Zwischen Bullerbü und Tierfabrik waren es noch 25 %), Lebensmittel stammen im Massenbewusstsein eher aus dem Supermarkt. Parallel zu dieser Entfremdung lässt sich eine Verklärung des Landlebens beobachten. Dabei ist das Bild, das Möller vom tatsächlichen Landleben zeichnet, eher negativ geprägt. Er verortet hier soziale Isolation, Rückständigkeit und negatives Renommee. Der Autor kritisiert fundiert die moderne Agrarindustrie mit Hochleistungsackerbau zur Energiepflanzenproduktion, Massentierhaltung und immer größer werdenden Betrieben. Ebenso werden die daraus resultierenden Folgen angesprochen. Stellschrauben sieht Möller in erster Linie bei den Vergabemodalitäten für Subventionen sowie im Verbraucherverhalten. - Ausführlich stellt der Autor den Wandel der Landwirtschaft und deren veränderte Bedeutung für die Gesellschaft dar. Außerdem entwirft er interessante Gedankengänge zu Neustrukturierungen. Gut lesbar gegliedert und geschrieben ist dieses Buch ein Denkanstoß und gut geeignet für große Bestände.

Dorothee Rensen

Dorothee Rensen

rezensiert für den Borromäusverein.

Zwischen Bullerbü und Tierfabrik

Zwischen Bullerbü und Tierfabrik

Andreas Möller
Gütersloher Verl.-Haus (2018)

235 S.
fest geb.

MedienNr.: 594967
ISBN 978-3-579-08724-5
9783579087245
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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