Riss

Als der ehemalige Zehnkämpfer Christian Schenk, der 1988 die Goldmedaille gewann, öffentlich machte, dass er in seiner sportlichen Laufbahn gedopt wurde und gedopt hatte, war das Erschrecken ziemlich groß. Weil sein Vergehen aber Riss "verjährt" war, durfte er seine Medaille behalten. In seinem Buch, das in den biografischen Teilen recht flüssig und interessant zu lesen ist, beschreibt er seinen Lebensweg hin zum Weltklassesportler. Sein familiäres Umfeld, sein Vater war DDR-Meister im Hürdenlauf, zielte immer darauf ab, auch aus ihm einen Spitzensportler zu machen. Auffällig, dass in dem Buch die Rolle der Mutter hinter der des Vaters zurücktritt. Erschreckend ist, wenn Schenk zum Thema Doping kommt. Er schildert, wie stolz die Sportler waren, wenn sie die leistungssteigernden Mittel bekamen, weil sie nun zu den "Auserwählten" gehörten. Wenn der Autor dann zu den Nachwirkungen dieser Mittel kommt, dann erschrickt man als Leser: extreme Depressionen, die sogar Gedanken an Selbstmord auslösten, Verfolgungswahn. Schwierig werden die Ausführungen in den Zwischenkapiteln, die in kursiver Schrift abgesetzt sind. Hier nimmt Schenk die Leser/innen mit in sein Innenleben. - Das Buch ist eine Mischung aus der Biografie eines Spitzensportlers und einer Abrechnung mit dem Doping und seinen negativen Folgen für Gesundheit und Psyche.

Gerd Fleder

Gerd Fleder

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Riss

Riss

Christian Schenk mit Fred Sellin
Droemer (2018)

253 S.
fest geb.

MedienNr.: 595281
ISBN 978-3-426-27768-3
9783426277683
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Sp, Na
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