Kein Grund zur Skepsis

Was vor Jahrzehnten in akademischen Zirkeln ausgetüftelt wurde, ist heute durch eine Vielzahl populärer Schriften nahezu Allgemeingut geworden: Die Bibel überliefere uns ein falsches Bild von Jesus, wenn es denn diesen Jesus überhaupt Kein Grund zur Skepsis gegeben habe. Wer diesem Trend etwas entgegensetzten oder zumindest selbst Klarheit darüber gewinnen will, sollte zu diesem Buch des schwedischen Historikers greifen. Es ist sichtlich für den alltäglichen Existenzkampf von Christen in einer unchristlichen, ja antichristlichen Umwelt geschrieben und versucht Punkt für Punkt, die Einwände gegen die Zuverlässigkeit der neutestamentlichen Schriften zu widerlegen. Der Ausgangspunkt ist dabei nicht ein frommes Glauben-Wollen, sondern sind exakte historische Analysen, die die Einseitigkeiten und vor allem auch ideologischen Vorurteile der Gegenpartei ans Licht bringen. So erhalten etwa auch früheste nichtchristliche Zeugen für die Existenz Jesu wie Flavius Josephus nicht nur einen über bloße Fußnoten hinausgehenden, gebührenden Platz, sondern werden auch so gelesen, dass sie auch heute noch die Erschütterungen, die mit der Person Jesu verbunden waren, erkennen lassen. Gustavsson revidiert nicht die kritische Forschung, sondern treibt sie im Gegenteil mit aller intellektuellen Kraft weiter; und er tut dies in einer Weise, wie sie auch für Nichttheologen und Nichthistoriker nachvollziehbar ist. Allen Beständen sehr empfohlen!

Richard Niedermeier

Richard Niedermeier

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Kein Grund zur Skepsis

Kein Grund zur Skepsis

Stefan Gustavsson
Neufeld-Verl. (2018)

188 S. : Ill., graph. Darst.
kt.

MedienNr.: 597039
ISBN 978-3-86256-150-6
9783862561506
ca. 9,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Re
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