Rebellinnen zu Fuß
Prominente Wanderer kennt wohl jeder, wandernde Frauen, eher weniger. Diese Lücke füllt das vorliegende Buch durch die Darstellung von 11 mehr oder weniger bekannten schreibenden Frauen, die auch gewandert sind. Die Literaturwissenschaftlerin Anneke
Lubkowitz stellt die Zeugnisse der Wanderungen der sehr verschiedenen Frauen aus drei Jahrhunderten in den Fokus und nähert sich auch den bekannteren Schriftstellerinnen wie Bettina Brentano, Annette von Droste-Hülshoff oder Simone de Beauvoir und anderen aus einer ungewohnten Perspektive. Dabei verbindet sie ihre eigenen Wandererfahrungen mit den Geschichten der Frauen, Persönliches mit Kultur- und Literaturgeschichtlichem. "Frauen sind immer schon gewandert, und sie haben auch (darüber) geschrieben – nur wurden sie unsichtbar gemacht, weil sie nicht den gesellschaftlichen Erwartungen entsprachen …" (S.19), so die These der Autorin, die sie hinreichend belegen kann. So ist auch die Bezeichnung "Rebellinnen" im Buchtitel zutreffend und zeigt sich in den ausgewählten Biografien: Keine der Frauen entsprach vorgegebenen Rollenbildern der jeweiligen Zeit. Ein Buch für Entdecker und Entdeckerinnen, die bereit sind, sich auf neue Perspektiven und manche verschlungene Denkpfade einzulassen.
Lioba Speer
rezensiert für den Borromäusverein.
Rebellinnen zu Fuß
Anneke Lubkowitz
Kein & Aber (2025)
302 Seiten
fest geb.