Janosch

Oh, wie schön ist... Geburtstag haben!

Einen herzlichen Glückwunsch an Janosch zu seinem 90. Ehrentag


Am 11. März 2021 wird Janosch, ein Autor, der die deutsche Kinderbuchlandschaft ebenso geprägt hat wie auch Astrid Lindgren, Ottfried Preußler oder Paul Maar, 90 Jahre alt. Wussten Sie, dass Janosch und Astrid Lindgren sich einmal begegnet sind?
„Du, ist ehrlich wahr“, würde der kleine Tiger jetzt wahrscheinlich sagen, denn das sind die beiden Schreibenden tatsächlich in Stockholm. Gemeinsam verband sie die Liebe zur Natur und zum einfachen Leben, ebenso teilten sie ihre Aversion gegenüber Medienmachern und Journalisten.
Doch bevor Janosch ein weltbekannter Kinderbuchautor wurde, gab es einige Hürden zu überwinden. Springen wir also zurück und mitten hinein in sein Leben, so, wie auch Janoschs Literatur mittendrin und dabei ist, denn das bringt meistens das Spannendste hervor.

Die Furcht der Kindheit

Ich selbst bin mit Janosch aufgewachsen. Schon früh lernte ich in meiner Kindheit in den 90er Jahren den kleinen Tiger und den kleinen Bären kennen, die im gemütlichen Haus am ruhigen Fluss wohnen und dabei jede Menge Abenteuer erleben.
Janoschs Kindheit hingegen war kein sanftes Verweilen am Wasser. Geboren in Zabrze (ehemals Hindenburg in Oberschlesien) als Horst Eckert, erlebte der Junge nicht nur die Zeit des zweiten Weltkrieges mit, auch das Elternhaus war nicht das, was man jemandem für eine behütete Kindheit wünscht. Gewalt in Form von Schlägen und verbaler Herabwürdigung erfährt Janosch durch den Vater und die Mutter, dazu ist er ein Kind, welches oft krank wird. Diese Tatsache möchte der Vater jedoch nicht akzeptieren. Ein Junge, der eine schwere Blinddarm-OP hinter sich bringen muss, an Asthma leidet und durch einen Herzfehler gezeichnet ist, ist in den Augen der Eltern nur schwer zu dulden. Dem jungen Horst ist ebenfalls bewusst, dass kränkliche und geschwächte Kinder nicht das sind, was die Gesellschaft akzeptiert. So muss er miterleben, wie Kinder aus seiner Klasse von den Nazis abgeholt werden, die eben nicht der gewünschten Norm entsprechen.

„Ich fürchtete mich vor allem, was es gibt auf der Welt. Vor den Lehrern, vor der Hitlerjugend. Und vor allem vor Gott und der Hölle“, wird Janosch später seiner Biografin Angela Bajorek erzählen.

Diese Furcht begleitet ihn bis in sein Leben als Erwachsener hinein. Janosch hat Schlafstörungen, nachts um 4 brechen die Erinnerungen an die raue Kindheit hervor. Doch wie kann man den Geistern der Vergangenheit begegnen? Der kleine Tiger und der kleine Bär wissen in diesem Falle Rat: „Uns geht es gut“, sagte der kleine Tiger, „denn wir haben alles, was das Herz begehrt, und wir brauchen uns vor nichts zu fürchten. Weil wir nämlich auch noch stark sind. Ist das wahr, Bär?“ „Jawohl“, sagte der kleine Bär, „ich bin stark wie ein Bär und du bist stark wie ein Tiger. Das reicht.“  Furcht kann einen lähmen, oder man macht es wie Janosch, man gewöhnt sich an sie, lässt sie existieren, aber sich selbst davon nicht abhalten, sein Leben zu führen, wie man es für richtig hält. Und die Dankbarkeit, für das was man hat und für das was das Herz begehrt, trägt einen großen Teil dazu bei, die Furcht zu vertreiben und so stark zu sein, wie man es nur sein kann.



Titel von und über Janosch

Janosch

Rezension

Janosch

Wenn Janosch in seiner Hängematte liegt und die Sonne Teneriffas genießt, macht er den Eindruck eines rundherum glücklichen Menschen. Doch Janosch, 1931 als Horst Eckert im oberschlesischen (...)

Janosch - Die schönsten Geschichen

Rezension

Janosch - Die schönsten Geschichen

"Oh wie schön ist Panama", "Komm, wir finden einen Schatz" und "Post für den Tiger" sind drei der bekannteren Geschichten mit Tiger und Bär. Aber auch "Das Regenauto" oder "Die Grille und der (...)

Vielleicht ist auch alles Unsinn, was ich sage

Rezension

Vielleicht ist auch alles Unsinn, was ich sage

Schon der Titel dieser Sammlung von 27 Geschichten, Bildern und Gedichten aus den fünfzig vergangenen Jahren äußerst produktiven Schaffens des preisgekrönten Klassikers der (...)

Komm, wir finden einen Schatz

Rezension

Komm, wir finden einen Schatz

Janoschs vierte Geschichte von Bär und Tiger (zuletzt: Ich mach dich gesund, sagte der Bär - BP/mp 15/220) erzählt von einer langen und anstrengenden Schatzsuche, bei der die beiden Freunde (...)

Oh, wie schön ist Panama

Rezension

Oh, wie schön ist Panama

Eine nach Bananen duftende Kiste lässt die beiden Freunde, den kleinen Bären und den kleinen Tiger, von Panama träumen und inspiriert sie dazu, sich auf die Suche nach diesem Land der Träume (...)

Ich mach dich gesund, sagte der Bär

Rezension

Ich mach dich gesund, sagte der Bär

Dem kleinen Tiger geht es gar nicht gut. Sein Freund, der Bär, kümmert sich so gut er kann. Im Krankenhaus, mit Hilfe vieler anderer Tierfreunde, wird er wieder gesund. Jochen Gummibär ist (...)