Und wir versprachen uns ein Morgen
Jesca arbeitet in einem Entrümpelungsunternehmen und findet eines Tages in einem Karton einen Diamantring. Fasziniert möchte sie die Geschichte des Rings kennenlernen und nimmt ihn an sich. Beobachtet wird sie dabei von einem schweigsamen Außenseiter,
dem Fahrradkurier Richard. Doch auch er ist gebannt und hilft Jesca, nach weiteren Dokumenten und Briefen zu forschen. Sie treffen auf den 100-jährigen Sören in einem Altenheim, von dem sie die Geschichte der großen Liebe seines Freundes, des Gutsbesitzersohns Claus, und des Dienstmädchens Marie während des Zweiten Weltkriegs erfahren. Der Bericht des alten Mannes, der so viele Verluste ertragen musste, lässt die beiden erkennen, dass „das Leben überlebbar war, vielleicht sogar lebenswert“. Aus wechselnder Perspektive erfahren die Lesenden die Liebesgeschichte von Claus und Marie im Krieg, das lange, schwierige Leben des homosexuellen Sören und die Geschichte der beiden modernen Protagonisten Jesca und Richard. Sehr empfehlenswert.
Ileana Beckmann
rezensiert für den Borromäusverein.
Und wir versprachen uns ein Morgen
Inken Witt
Piper (2026)
379 Seiten
fest geb.
Auszeichnung: Roman des Monats