Roman des Monats Oktober

Tutto bene

Emmas Leben dümpelt vor sich hin, denn ihre bisherige Lebenserfahrung hat sie psychisch aus dem Gleichgewicht geworfen. Sie arbeitet trotz ihres intellektuellen Hintergrundes in einem Späti in Berlin, wobei ihre Kundenfreundlichkeit von Sarkasmus Tutto bene geprägt ist. Ihr bester und treuester Weggefährte ist der Müller-Thurgau, mit dem sie sich oft bereits morgens für den Tag wappnet, ihr größter Feind sind aufgrund einer Essstörung Kalorien. Dann treten fast zeitgleich zwei Personen in ihr Leben, mit denen sie etliche Hochs und Tiefs erlebt: Die 15-jährige Edith macht ein Praktikum im Späti und über eine Dating-App lernt sie Leo kennen. Ingrid hilft ihr mit ihrer sensiblen, klugen und sympathisch frechen Art aus ihrem seelischen Tief und schärft Emmas Selbstwahrnehmung. Leo spiegelt Emma sowohl ihre Anziehungskraft als auch ihr destruktives Gebaren wider. Die Geduld ihrer unmittelbaren Umgebung befähigt sie, Nähe zuzulassen, ihre Verletzlichkeit nicht hinter einer Maske zu verstecken und auch anderen Menschen, so dem Stammgast Udo, Lebenshilfe zu leisten. – Jeder im Roman trägt ein mehr oder weniger schweres Päckchen mit sich herum. Laura Wagner hat lebendige Charaktere geschaffen, deren Verhalten, Konflikte und Dialoge sowohl zum Nachdenken als auch zum Schmunzeln anregen. Am Ende besteht Hoffnung, dass alles "tutto bene" wird. Für jede Bestandsgröße, besonders für die Gen Z empfehlenswert.

Margit Düing Bommes

Margit Düing Bommes

rezensiert für den Borromäusverein.

Tutto bene

Tutto bene

Laura Wagner
DuMont (2026)

287 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 626412
ISBN 978-3-7558-0087-3
9783755800873
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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Auszeichnung: Roman des Monats