Blinde Flecken
Lea steht als Mutter zweier kleiner Töchter, als Ehefrau und als selbständige Anwältin mitten im Leben. In dem beschaulichen Küstenort zwischen Rom und Neapel kennt jeder jeden, das Leben geht einen ruhigen Gang und nur selten passiert etwas Aufsehenerregendes.
Als die geheimnisvolle Vittoria unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, begibt sich Lea auf Spurensuche. Sie erforscht das Gedächtnis des Ortes, seine Knotenpunkte und Wurzeln und prüft seine Zuverlässigkeit. Je mehr Lea über die allseits beliebte und respektierte Verstorbene herausfindet, die in Scauri kaum Spuren hinterlassen hat, umso tiefer taucht sie in ihre eigene Vergangenheit ein und reflektiert ihr eigenes Leben. Mit feinem Gespür für die Nuancen zwischenmenschlicher Beziehungen erzählt Chiara Valerio von Frauenschicksalen im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne, zwischen Patriarchat und Emanzipation. Gerne empfohlen.
Gertrud Plennert
rezensiert für den Borromäusverein.
Blinde Flecken
Chiara Valerio ; aus dem Italienischen von Christiane Burkhardt
Kein & Aber (2025)
248 Seiten
fest geb.