Geschwister

Moa Herngren wurde in Schweden mit ihren Beziehungsdramen „Scheidung“ und „Schwiegermutter“ zur Bestsellerautorin. In „Geschwister“ lotet sie die verworrenen Verbindungen von Ulrika, Andrea und Rasmus aus. Die drei Geschwister treffen sich Geschwister im Elternhaus, um den 72. Geburtstag von Mutter Lotten zu begehen, ihrem ersten nach dem Tod des Vaters. Andrea, eine selbständige Architektin, ist die Mittlere in der Familienkonstellation und wird als rationale Macherin dargestellt, die alles ordentlich plant. Als sie mit ihrem Mann Dan, Tochter Liv (16) und der selbstgemachten Geburtstagstorte ankommt, ist ihre vier Jahre ältere Schwester Ulrika mit Sohn Vincent (17) schon da. Bald darauf trudelt auch Rasmus (33), der Nachzügler der Familie, ein. – Andreas Sichtweise umfasst die erste Hälfte des Romans. Man erfährt nach und nach, dass Andrea eifersüchtig auf Ulrika ist, die anscheinend mit der Mutter ein Geheimnis teilt. Nach 300 Seiten übernimmt Ulrika, die vier Jahre ältere Schwester, die von Andrea als unzuverlässig geschildert wurde und deren Leben weniger geradlinig verlaufen ist. Sie ist alleinerziehend, mit zwei prekären Jobs als Pflegekraft und als Bedienung. Aus Ulrikas Perspektive erkennt man Andrea in einem anderen Licht. Auch Rasmus bekommt am Ende einen kleineren Erzählteil. So greifen die drei Wahrheiten ineinander. Das ist spannend zu lesen – und man erfährt immer mehr über die Geheimnisse der Familie.

Karin Blank

Karin Blank

rezensiert für den Borromäusverein.

Geschwister

Geschwister

Moa Herngren ; aus dem Schwedischen von Katharina Martl
Kein & Aber (2026)

587 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 625970
ISBN 978-3-03-695092-1
9783036950921
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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