Meine Berge bist du
Der Roman ist eine einzige Liebeserklärung an die Dolomiten, aber mehr noch das Zeugnis der unerschütterlichen Liebe Onestos. Als Baby geraubt, einige Jahre später wieder seiner Mutter und seinem Zwillingsbruder Santos zugeführt, unternimmt Onesto
alles zum Wohl seiner Familie. Als er und Santos sich beide in Céleste verlieben, verbirgt er seine Gefühle, ja er opfert sogar seine Freiheit zugunsten seines Bruders. Um seine Geschichte und seine unerfüllte Liebe zu verarbeiten, schreibt er Briefe an die Berge der Dolomiten, die auch ein Foto von der jungen Céleste beherbergen. Letzteres entdeckt der Erzähler auf einer seiner Bergwanderungen und erfährt durch Guido Contin, einem geheimnisvollen älteren Herrn, die Lebensgeschichte Onestos durch die Lektüre seiner Briefe. Contins Worte: "Alle sollten zwei Namen haben. So kannst du, wenn du genug von dir hast, ein anderer sein", enthüllen am Ende des Romans seine wirkliche Identität. Stilistisch einfach gehalten, lässt dieser Roman Raum für vieles, was hinter den Worten liegt und die Auseinandersetzung der Leser:innen mit den Themen Heimat, Wurzeln, Familie, Identität und Liebe. – Ein einfühlsames Werk Vidottos ("Der Klang eines ganzen Lebens", BP/mp 19/171), das für jede Bestandsgröße zu empfehlen ist.
Margit Düing Bommes
rezensiert für den Borromäusverein.
Meine Berge bist du
Francesco Vidotto ; aus dem Italienischen von Mirjam Bitter und [einem weiteren]
Kein & Aber (2026)
254 Seiten : Karte
fest geb.