Bernhards Tochter
Schwabing ist der Schauplatz des fünften Romans, den der Musiker und Schriftsteller Yorck Kronenberg vorlegt. Vornehmlich im Atelier des älteren Bildhauers Bernhard und im Wirtshaus spielt dieser sehr nach innen gewandte Roman, der mit dem mysteriösen
Auftauchen einer jungen Frau die Welt der Erinnerungen an Jugendliebe und früheres Leben Bernhards hervorbringt. Ein leises, mit vergangenen Leidenschaften gefülltes Buch, das sich der Suche nach Identität verschreibt. So interessant das Auftreten einer Tochter ist, die der Protagonist seit der ersten Zeit nach ihrer Geburt nicht mehr gesehen hat, zeigt Kronenberg in der Ausführung dieser Komposition dramaturgische Schwächen und Längen. Eine Lektüre für langweilige Sommerabende oder schlaflose Nächte – je nachdem.
Helmut Krebs
rezensiert für den Borromäusverein.
Bernhards Tochter
Yorck Kronenberg
Dörlemann (2026)
234 Seiten
fest geb.