Ein kleines Stück vom Himmel
Ein bisschen angelehnt an die Geschichte vom Hans mit der Bohnenstange, geht es in diesem modernen Märchen aber um Max, der in einer großen, lauten Stadt lebt, weit, weit oben über den Menschen wohnt und von seinem Fenster aus gerade mal ein kleines
Stück vom Himmel über sich erspähen kann. Eines Tages bekommt er Besuch von einem kleinen Vogel, mit dem er einen herrlichen, magischen Tag in seinem Kinderzimmer verbringt – und der ihm noch ein kleines Körnchen als Geschenk vorbeibringt. Leider fällt Max das Korn aus der Hand und tief hinunter auf den grauen Asphalt. Verzweifelt rennt Max die vielen Treppenstufen hinterher – aber wie soll man denn so etwas Kleines inmitten vom Gewimmel so vieler Füße der Vorbeieilenden wiederfinden? Doch dann leuchtet ein kleiner goldener Keimling aus einer Ritze hervor – und ab jetzt kommt Max jeden Tag die vielen Stufen hinunter, um sich liebevoll um das kleine Wunderpflänzchen zu kümmern, das wächst und wächst und auch wunderbar duftet. Als der Baum schon hoch bis an Max‘ Fenster reicht, taucht auf der Straße plötzlich eine riesige Sägemaschine auf, um ihn zu fällen. Max und mit ihm ganz viele Menschen aus seiner Straße stellen sich aber dem Ungetüm entgegen und gemeinsam retten sie ihren Baum. Und der kleine Wundervogel ermutigt sie alle, im Wunderbaum nach oben zu klettern, sich in seinen Zweigen wohlzufühlen und dem Himmel ganz nah zu sein. Und ab jetzt machen noch viele weitere Sämlinge aus der grauen Stadt eine grüne Oase für Mensch und Tier. – Liebevoll erzählt und gemalt, sehr empfehlenswert.
Elisabeth Bachthaler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Ein kleines Stück vom Himmel
Lydia Corry ; aus dem Englischen von Claudia Koch
Midas (2026)
[32] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4