Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Mottes Vater ist Alkoholiker. Die Ich-Erzählerin blickt zurück auf ihre Kindheit. Der Vater, der die Arbeit verliert, die Mutter, die sich aufreibt und wie die Kinder auch versucht, den Schein einer "normalen" Familie aufrecht zu halten. Nach der
Arbeit verlieren sie ihr Haus, in der Schule und in der Nachbarschaft sind die Kinder Außenseiter. Deutlich wird auch, dass der Alkoholismus Familiengeschichte ist: Der Großvater war ein Trinker ebenso wie der zweite Mann der Oma. Schwester und Bruder schaffen es, den Kreislauf zu durchbrechen, lösen sich aber nicht von der Familie, sondern übernehmen Verantwortung. Die Protagonistin selbst wird ebenfalls alkoholabhängig. Sie leidet unter Panikattacken und kann, wie ihr Bruder auch, keine Beziehungen eingehen. Der Vater stirbt schließlich an einer Krebserkrankung. Die Sucht drückt weiter schwer auf der Familie, aber es gibt Hoffnung auf ein erwachsenes, nüchternes Leben. – Eindringliche und manchmal beklemmende Skizze einer ganz normalen Familie, die deutlich macht, dass eine Suchterkrankung und ihre Auswirkungen sich über Generationen erstreckt. Sehr gut lesbar. (Nominiert für den Deutschen Buchpreis)
Dorothee Rensen
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Lena Schätte
S. FISCHER (2025)
187 Seiten
fest geb.