Fast Abend, immer noch hell
Der dänische Sommerroman erzählt von einer privilegierten Freundesgruppe aus Studientagen, die sich an Mittsommer in einem gemütlichen Haus am Madum See auf der Halbinsel Himmerland/Jütland für eine gemeinsame Woche treffen. Großstadtakademiker:innen
aus Kopenhagen: Geisteswissenschaftler, Literaten, Journalisten, Künstler, Queers, die sich vor 12 Jahren an der Uni kennenlernten. Das sind Gry, Sylvia, Kvæde, Esben, Karen. Dazu noch Grys Mann Adam mit ihren zwei Kindern und Sylvias Lebenspartnerin Charlie. Mittlerweile haben sie sich eingerichtet und etabliert mit Vollzeitjobs, Karrieren, Eigentumswohnung, Zweisamkeit, Kindern – ein geregeltes Leben mit festen Beziehungen und Einkommen. Als Überraschung am Ende der Ferienwoche möchten Esben und Karen gemeinsam mit den FreundInnen und den dazu stoßenden Verwandten Hochzeit feiern. – Erotisch aufgeladene Natur- und Sommeridylle am See in wechselnden Perspektiven der FreundInnen mit unterschiedlichen Sehnsüchten, Begehren, Lebenserwartungen, Neidfantasien und Optimierungswünschen. Satirisch überzeichnet die prätentiösen Befindlichkeiten der gut gebildeten Millennials im dänischen Sommernachtstraum. Wirft einen interessanten Blick auf die Mittdreißiger, die wohlbehütet groß geworden sind. Empfehlenswerter dänischer Bestseller.
Karin Steinfeld-Bartelt
rezensiert für den Borromäusverein.
Fast Abend, immer noch hell
Linea Maja Ernst ; aus dem Dänischen von Ursel Allenstein
S. FISCHER (2026)
249 Seiten
fest geb.