Berliner Spiel

Anfang der 80er Jahre wird der britische Agent Bernard Samson nach Berlin geschickt, um den für den Westen immens wichtigen Spion Brahms Vier, der gerne aussteigen möchte, zum Weitermachen zu überreden. Nachdem in letzter Zeit vermehrt Geheimdienstoperationen Berliner Spiel gescheitert sind und sich der Verdacht erhärtet, dass irgendwo in der Spitze der Londoner Zentrale ein Maulwurf sitzt, fühlt sich der DDR-Spion nicht mehr sicher. Samson, der Brahms Vier sein Leben verdankt und der ihm deshalb unbedingt helfen will, gerät in Berlin immer mehr zwischen die Fronten und weiß schon bald nicht mehr, wem er noch vertrauen kann. Trotzdem begibt er sich für eine waghalsige Rettungsaktion nach Ostberlin. – Die Romane des britischen Autors Len Deighton, der im März 2026 im Alter von 97 Jahren verstorben ist, gelten wie die Werke von John Le Carré, Eric Ambler oder auch Ian Fleming als Klassiker der Spionageliteratur. Seine Protagonisten sind keine Superhelden wie James Bond. Samson sitzt hauptsächlich an seinem Schreibtisch in London und kämpft einen schier aussichtslosen Kampf gegen die Langeweile und die vielen Intrigen in seiner Behörde. Deightons spannende und wendungsreiche Geschichte mit ihrem oft lakonischen Ton fängt diese ganz spezielle Geheimdienst-Atmosphäre von nerviger Bürokratie und ständigem gegenseitigen Misstrauen genauso gekonnt ein wie die politische und gesellschaftliche Situation im geteilten Berlin. Es lohnt sich, den Roman aus dem Jahr 1983, der 1984 unter dem Titel „Brahms Vier“ in Deutschland erschien, in dieser komplett überarbeiteten Übersetzung neu zu entdecken. Zwei weitere Geschichten rund um Samson werden im Sommer bei Kampa erscheinen.

Angelika Rockenbach

Angelika Rockenbach

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Berliner Spiel

Berliner Spiel

Len Deighton ; aus dem Englischen von Hedda Pänke
Kampa (2026)

394 Seiten
kt.

MedienNr.: 624905
ISBN 978-3-311-12120-6
9783311121206
ca. 19,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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