Unsere Liebe war unerhört
Nach dem Krieg verliebt sich Marga in Henryk, der gerade aus dem Arbeitslager entlassen wurde. Obwohl ihre Familie ihn freundlich aufnimmt, ist er als Jude im Dorf nicht gern gesehen. Nach und nach erzählt er Marga von seinem Schicksal, vom Tod aller
Familienmitglieder, von Auschwitz und anderen KZs, in denen er interniert war. Nach der Hochzeit bemühen sich Henryk und Marga um Integration im Dorf. Auch wenn das heißt, oft zu schweigen, um ein ruhiges Miteinander zu ermöglich. Ein weiterer Erzählstrang handelt vom gemeinsamen Sohn, der auch später noch Probleme mit antisemitistischen Anfeindungen hat. – Die Familiengeschichte basiert auf wahren Begebenheiten. Sehr geschickt war es von der Autorin, die Erlebnisse von Henryk erzählen zu lassen und dadurch einen gewissen Abstand möglich zu machen – auch so ist manches kaum zu ertragen. Deutlich wird, dass das hier Thematisierte leider bis in die heutige Zeit reicht. Ein heftiges und wichtiges Buch, das in Romanform die Probleme der Kriegs- und Nachkriegsgeschichte vor Augen führt.
Tina Schröder
rezensiert für den Borromäusverein.
Unsere Liebe war unerhört
Eva Müller
Penguin Verlag (2024)
398 Seiten
kt.