Griechischstunden
Die Übersetzerin und Autorin Han Kang hat das Original bereits 2011 in südkoreanischer Sprache veröffentlich; die deutsche Übersetzung verdeutlicht Kangs Bedeutung als "wichtigste literarische Stimme Südkoreas". In einem Griechischkurs in Seoul
treffen "er" (Sprachlehrer) und "sie" (Kursteilnehmerin) aufeinander. Beide verbindet ein tiefer Schmerz, den sie nach und nach als Verbindung zueinander entdecken: Sie kann nicht mehr sprechen, nachdem sie ihre Mutter verloren hat und zudem das Sorgerecht um ihren einzigen Sohn; er fühlt sich zwischen zwei Kulturen und Sprachen hin- und hergerissen und verliert unaufhaltbar seine Sehkraft. - Der Roman entfaltet sich zwischen Ausschnitten des Sprachkurses und Rückblenden in ihr Erleben und ihre Erfahrungen bis hin zu einer sich stetig erweiternden dichten Kommunikation. Vieles muss zwischen den Zeilen gelesen werden, das ganze Geschehen erfordert Fantasie und Einfühlungsvermögen - wer es liest, wird am Ende mit Staunen belohnt.
Susanne Körber
rezensiert für den Borromäusverein.
Griechischstunden
Han Kang ; aus dem Südkoreanischen von Ku-Hyang Lee
aufbau (2024)
204 Seiten
fest geb.