Um uns nur Dunkelheit
Mitte des 19. Jahrhunderts zieht das verschuldete Ehepaar Lizzie und Harlow nach Texas, wo sich Harlow ein gelobtes Land erhofft. Unterwegs treffen sie einen Onkel, der ihnen rät, Sklavinnen zu kaufen, um durch deren spätere Kinder den Verdienst
aufzustocken. So kommen zu Junie, die Lizzie gehört, noch fünf Frauen dazu. Die älteste, Nan, ist zu alt, um Kinder zu bekommen: Sie arbeitet als Köchin und Heilerin für die Luzies, deren Namen von "Luzifer" abgeleitet ist. Für die anderen bestellt Harlow einen "Zuchtnigger" namens Zeke, der sie schwängern soll. Er hat aber nicht mit der Widerstandskraft und Entschlossenheit der Frauen gerechnet, die eine Schwangerschaft zu verhindern wissen, indem sie Baumwollwurzeln kauen. Die pflanzenkundige Nan weiß auch, mit welchen Kräutern Zeke eine Weile außer Gefecht gesetzt werden kann. Schwere körperliche Arbeit, das Ausgeliefertsein und das Sehnen nach Männern und Kindern, die sie zurücklassen mussten oder die verstorben sind, setzen den Frauen zu. Als nach einer öffentlichen Hinrichtung ein Sklave von der Nachbarplantage das Wagnis der Flucht eingeht, spitzt sich die Lage zu. Die Autorin Tracey Rose Peyton hat für das Buch umfangreiche Recherchen angestellt. "Mein Buch ist zutiefst der Forschung verpflichtet, die schwarze Wissenschaftlerinnen und generell Historiker:innen afro-amerikanischer Geschichte geleistet haben" schreibt sie. Der ruhige, fesselnde Schreibstil begleitet den Roman bis zur letzten Seite. Beste Empfehlung für alle Büchereien.
Gabriele Berberich
rezensiert für den Borromäusverein.
Um uns nur Dunkelheit
Tracey Rose Peyton ; aus dem Amerikanischen von Agnes Krup
aufbau (2026)
399 Seiten
fest geb.