Ich, ein Kind der kleinen Mehrheit

Ende der 1970er flohen die Eltern von Gianni Jovanovic (*1978) aus dem damaligen Jugoslawien nach Deutschland. Die Familie lebte in prekären Wohnverhältnissen und als Kind einer Romafamilie war die Schullaufbahn vorgezeichnet: Der Junge kam auf die Ich, ein Kind der kleinen Mehrheit Sonderschule. Schon früh war es Gianni klar, dass er schwul ist. Mit 14 Jahren wurde er - wie es in seiner patriarchalischen Familie Tradition ist - zwangsverheiratet und anschließend Vater zweier Kinder, ließ sich aber mit Anfang 20 gegen harten Widerstand seiner Familie scheiden. Inzwischen bezeichnet sich Jovanovic als Aktivist und Performer und ist die in der Öffentlichkeit wohl bekannteste Stimme der Sinti und Roma in Deutschland. Jovanovic geht es nicht nur um seine eigene Zugehörigkeit zu Roma oder sein Schwulsein, sondern er begehrt zusammen mit seinen Mitstreiter/-innen gegen strukturelle Diskriminierung, Ausgrenzung, Klischees und Vorurteile auf, sei es gegen People of Color, Menschen mit Behinderungen oder Transpersonen. - Das vorliegende Buch und der neulich begangene 40. Jahrestag der Gründung des Zentralrates der Deutschen Sinti und Roma - die größte deutsche Minderheit - bieten einen guten Ausgangspunkt, in dieses Thema einzusteigen. Jovanovic hat seine offenherzige Geschichte zusammen mit der Journalistin Oyindamola Alashe aufgeschrieben. Größeren Beständen gerne empfohlen.

Maria Holgersson

Maria Holgersson

rezensiert für den Borromäusverein.

Ich, ein Kind der kleinen Mehrheit

Ich, ein Kind der kleinen Mehrheit

Gianni Jovanovic mit Oyindamola Alashe
Blumenbar (2022)

223 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 608651
ISBN 978-3-351-05100-6
9783351051006
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Bi
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