Unbeugsam wie die See
Im Jahr 1800 werden Mary und Eliza nach Australien deportiert, nachdem sie sich gegen die Zudringlichkeit eines Mannes gewehrt haben. Im Australien des Jahres 2019 wacht Lucy auf, während sie dabei ist, ihren Freund Ben zu erwürgen, der ein sehr
persönliches Foto von ihr auf Social Media gepostet hat. Lucy sucht nach diesem Vorfall ihre Schwester Jess auf, die sie jedoch nicht in deren Haus oberhalb jener Bucht findet, in der vor mehr als 200 Jahren das Sträflingsschiff mit Mary und Eliza an Bord auf Grund lief. Die vier Frauen verbindet eine seltene Hautkrankheit. Doch Mary und Eliza tauchen auch in Lucys Träumen und auf Jess' Gemälden auf. Obwohl Wasser ihre Haut schädigt, könnten alle vier Zuflucht im 'tir fo thuinn', im Land unter den Wellen finden. Rätsel gibt auch das Verschwinden einiger Männer in dieser Bucht auf. Auf der Suche nach Hintergründen deckt Lucy die Geheimnisse ihrer Familie auf. Emilia Hart flicht einige phantastische Elemente in den Roman ein, dennoch bleibt er sehr realistisch und ist eine spannende Lektüre.
Elke Wachner
rezensiert für den Borromäusverein.
Unbeugsam wie die See
Emilia Hart ; übersetzt aus dem Englischen von Julia Walther
HarperCollins (2025)
413 Seiten
fest geb.
Auszeichnung: Roman des Monats