Anpassung, Überleben, Widerstand

Kunst galt im nationalsozialistischen Staat als "Chefsache" und stand im Dienst der Propaganda. Wie aber verhielt es sich mit den Künstlern, die sich nicht (oder nur gezwungenermaßen) der Staatsdoktrin unterordneten, die in den Widerstand gingen, Anpassung, Überleben, Widerstand ins Exil flohen oder den Weg der sogenannten "inneren Emigration" einschlugen? Der hier vorliegende Katalog widmet sich 30 exemplarischen Künstlerbiografien und stellt ihren Lebensweg, ihr politisches Verhalten und ihr künstlerisches Schaffen während und nach der Zeit des Nationalsozialismus vor. Es sind nur wenige große Namen dabei, viele Künstler gilt es neu zu entdecken. Denn es darf nicht vergessen werden, dass die deutschen Künstler, selbst wenn sie in den 20er und frühen 30er Jahren zur Avantgarde zählten, von den wichtigsten internationalen künstlerischen Strömungen abgeschnitten waren, dass zur politischen und gesellschaftlichen Isolation auch die ästhetische gehörte. Gerade deshalb sind die Entwicklungswege auch so interessant: Künstler der Neuen Sachlichkeit ließen sich von der NS-Propaganda "auffangen" oder wandten sich einem kritischen Realismus zu; Landschaftsmaler tendierten zur Blut-und-Boden-Romantik oder zur (verfemten) Abstraktion. Der Einleitungstext gibt über diese großen künstlerischen Tendenzen beredt Auskunft: Hier wird nicht nur den verschiedenen Reaktionen auf die NS-Ideologie nachgegangen, sondern ein problematisierendes Gesamtbild der künstlerischen Moderne in Deutschland der ersten Hälfte des 20. Jhds. entworfen.

Dominique Moldehn

Dominique Moldehn

rezensiert für den Borromäusverein.

Anpassung, Überleben, Widerstand

Anpassung, Überleben, Widerstand

hrsg. von Klaus Kösters
Aschendorff (2012)

Schriften des westfälischen Heimatbundes
272 S. : zahlr. Ill.(überw. farb.)
kt,.

MedienNr.: 574980
ISBN 978-3-402-12924-1
9783402129241
ca. 19,80 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ku, Ge
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