Die Entstehung des Islam
Der Islamwissenschaftler Lutz Berger geht nach einem Überblick über Gesellschaft und Religion in der Spätantike ausführlich auf die beiden Großreiche der Oströmer und der Sassaniden im 6. Jh. ein. So gewinnt er eine Grundlage für die Darstellung
der Krisensituation, der sich Mohammed bei seinem Auftreten gegenübersah und die letztendlich auch der Verbreitung des Islam förderlich war. Er schildert die Rolle der Araber und die Einigung der arabischen Halbinsel und erklärt die Unterschiede zwischen Nomaden und Sesshaften. Ausführlich befasst sich dann der Autor mit der Verbreitung der neuen Religion in Syrien, Irak und Iran, in Zentralasien, Ägypten, dem Maghreb und Spanien. Der Verfasser weist immer wieder darauf hin, wie viele sich ergebende Fragen wegen der dürftigen Quellenlage nicht oder noch nicht eindeutig beantwortet werden können. Wiederholt ist die Rede von Bürgerkriegen innerhalb der expandierenden muslimischen Welt. Das Buch ist vor allem wegen der vielen fremdsprachlichen Wörter nicht leicht zu lesen. Hilfreich ist aber das angefügte Glossar. - In großen Beständen eine lohnende Lektüre für Leser, die sich eingehend mit dem Islam beschäftigen wollen.
Hans Niedermayer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Entstehung des Islam
Lutz Berger
Beck (2016)
334 S. : Ill., Kt.
fest geb.