Chopins Klaviermusik
Thomas Kabisch, ausgewiesener Experte für französische Klaviermusik des 19. Jh. und emeritierter Musikwissenschaftler, schrieb für die bewährte Reihe C.H. Beck Wissen einen Werkführer zu den Klavierkompositionen Chopins. Dem Musikinteressierten
erschließt Kabisch durch kurze, höchst profunde Einzelanalysen und Ausführungen zu den Chopinschen Formen wie Ballade, Mazurka, Etüde und Prélude den Kosmos des Klavierwerks ohne unnötige Fachterminologie oder Anbiederung. Die biografische Hinführung und die Erörterung der Gattung Salonmusik um kulturhistorischen Kontext machen das Büchlein zu einem wichtigen wie lesbaren Titel zum Thema. Auch wenn durch die Konzentration des Buchs auf die Kompositionen Fragen zu Spielweise und Interpretationen der Werke weitgehend ausgeklammert bleiben, findet der Autor neben der Hinführung zu den Werken immer wieder profunde Aussagen zu begleitenden Aspekten. Die mit musikalischen Grundkenntnissen ausgestatteten Leser/-innen werden gut nachvollziehen können, was der Autor zur Charakteristik Chopins so prägnant auf S. 12 vermerkt: "Der Ton, den Chopins Musik einsetzt, um vernehmbar zu werden, ist wesentlich infinitesimal." Den Freunden dieser Töne und jedem, der sich für Klaviermusik des 19. Jahrhunderts interessiert, sei dies Werk wärmstens empfohlen.
Helmut Krebs
rezensiert für den Borromäusverein.
Chopins Klaviermusik
Thomas Kabisch
C.H.Beck (2021)
C.H.Beck Wissen
128 Seiten
kt.