Was ist in dieser Nacht so anders?

Die Faszination und die Problematik dieses Buches auf dem deutschen Markt zeigen sich schon beim Titel und beim Titelbild: Wer so weit mit jüdischen Traditionen vertraut ist, dass er weiß, dass es sich beim Titel um ein Zitat aus der Pessach-Liturgie Was ist in dieser Nacht so anders? und beim Bild um einen als Cocktailgefäß umfunktionierten Sederbecher handelt, wird den Witz und die Tragik der Geschichten aus dem modernen amerikanisch-jüdischen Leben wohl erschließen können - allen anderen wird trotz des Glossars am Ende die wesentliche Dimension der hintergründigen, charmant-desillusionierten und bedrückend-melancholischen Erzählungen vermutlich eher entgehen. Für Teile des Lesepublikums könnte die Thematisierung von Lebenskonflikten, die oft über das Feld sexueller (Nicht-)Beziehungen ausgetragen werden, anstößig sein. Literarisch sind die Erzählungen sehr gelungen, inhaltlich nur mit den genannten Einschränkungen zu empfehlen. (Übers.: Miriam Mandelkow)

Annette Jantzen

Annette Jantzen

rezensiert für den Borromäusverein.

Was ist in dieser Nacht so anders?

Was ist in dieser Nacht so anders?

Elisa Albert
Dt. Taschenbuch-Verl. (2010)

dtv ; 24749 : dtv-premium
215 S.
kt.

MedienNr.: 563203
ISBN 978-3-423-24749-8
9783423247498
ca. 14,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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