Was ist in dieser Nacht so anders?
Die Faszination und die Problematik dieses Buches auf dem deutschen Markt zeigen sich schon beim Titel und beim Titelbild: Wer so weit mit jüdischen Traditionen vertraut ist, dass er weiß, dass es sich beim Titel um ein Zitat aus der Pessach-Liturgie
und beim Bild um einen als Cocktailgefäß umfunktionierten Sederbecher handelt, wird den Witz und die Tragik der Geschichten aus dem modernen amerikanisch-jüdischen Leben wohl erschließen können - allen anderen wird trotz des Glossars am Ende die wesentliche Dimension der hintergründigen, charmant-desillusionierten und bedrückend-melancholischen Erzählungen vermutlich eher entgehen. Für Teile des Lesepublikums könnte die Thematisierung von Lebenskonflikten, die oft über das Feld sexueller (Nicht-)Beziehungen ausgetragen werden, anstößig sein. Literarisch sind die Erzählungen sehr gelungen, inhaltlich nur mit den genannten Einschränkungen zu empfehlen. (Übers.: Miriam Mandelkow)
Annette Jantzen
rezensiert für den Borromäusverein.
Was ist in dieser Nacht so anders?
Elisa Albert
Dt. Taschenbuch-Verl. (2010)
dtv ; 24749 : dtv-premium
215 S.
kt.