Jojo & Cordelia
Die Ich-Erzählerin Jojo ist eine Androidin, also eine menschenähnliche Maschine. Sie ist unsterblich, bleibt für immer 12 Jahre und lebt mit anderen Androiden zusammen. Diese Wesen führen Aufträge aus: Sie werden gebucht, um Gesellschaft zu leisten
oder Nachhilfe zu geben, sind Zuschauer bei Veranstaltungen. Die Androiden erhalten Bewertungen und können auch wieder abgewickelt werden. Jojo lernt das gleichaltrige Mädchen Cordelia kennen und freundet sich mit ihr an. Sie wird schließlich Teil der Familie, für viel Geld ausgelöst und lebt dort bis zu Cordelias Tod. Bei einer Familie soll sie die Kleidung der verstorbenen Tochter anziehen und sich wie die Tochter verhalten. Es mag befremden, wie menschlich die Androidin erscheint, wenn sie ihr Leben mit Gefühlen und Gedanken reflektiert. – Der Roman stellt ethische Fragen: Inwieweit ist es erstrebenswert, menschenähnliche Roboter um sich zu haben? Ist es richtig, Tote mithilfe von Avataren wieder lebendig werden zu lassen? Was bedeutet Menschsein? Wir sind im Gegensatz zu humanoiden Wesen aller Art eben nicht unsterblich, sondern wissen um unsere Endlichkeit im Sinne des memento mori. – Ein leicht zu lesender Science-Fiction-Jugendroman ab 11 mit einfacher Handlung, der zum Nachdenken über KI und Menschlichkeit anregt und vor allem bei Fans des Genres Gefallen finden wird.
Melanie Schubert
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Jojo & Cordelia
Cecilia Lidbeck ; aus dem Schwedischen von Anu Stohner
dtv (2026)
Reihe Hanser
219 Seiten
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 11