Narbenmädchen
Die 15-jährige Lara ritzt sich seit einem traumatischen Erlebnis und wird deshalb für vier Wochen in eine Kurklinik geschickt. Hier soll sie zusammen mit anderen verhaltensauffälligen Jugendlichen therapiert werden. Rasch lernen sich die Jugendlichen
kennen und stellen fest, dass jeder seine Narben hat, sichtbare und unsichtbare. Lara freundet sich vor allem mit zwei Jungs an: Neo und Finn. In ihrer Freizeit treffen sich die drei an ihrem geheimen Ort und sprechen über ihre Probleme. Dies hilft ihnen mehr als die eigentliche Therapie. Die Therapie besteht aus gemeinsamem Sport und Entspannungsmöglichkeiten. Hin und wieder gibt es Gespräche mit dem Psychologen und die von allen als echt ätzend empfundene Gruppentherapie. Die Jugendlichen fühlen sich von ihren Eltern bzw. von ihrem Umfeld abgeschoben. In den Gesprächen untereinander fühlen sie sich endlich verstanden. – Die Geschichte wird aus Laras Sicht erzählt. Man erfährt, wie es zum Ritzen kam und wie sie sich damit fühlt. Die Entwicklung der Protagonistin ist enorm. Eine Begegnung mit einem schwerkranken Mädchen berührt sie besonders und bringt sie zum Nachdenken. In dem Buch geht es um die verschiedensten Probleme und deren psychische Auswirkungen. Niemand der Jugendlichen wurde aus dem Nichts verhaltensauffällig. Dieses Buch sollte man lieber nicht lesen, wenn man von den Problemen bzw. Verhaltensauffälligkeiten getriggert wird. (Umfassende Triggerwarnung zu Beginn des Buches und ein Anhang mit Anlaufstellenliste). – Ein interessanter Roman über den Umgang der Gesellschaft mit psychischen Problemen und wie diese Probleme entstehen. Für alle Büchereien empfohlen.
Melanie Bremer
rezensiert für den Borromäusverein.
Narbenmädchen
Lilly Bogenberger
dtv (2026)
348 Seiten
kt.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 15