Der Sommer, in dem ich meine Oma zähmte
Lisbets Eltern sind permanent in der Weltgeschichte unterwegs und erkennen ihre Tochter nicht mal auf einem Foto. Ihre Oma, die sich "Sambakönig" nennt, hat ihre Karriere als Geheimagentin aufgegeben, um sich rund um die Uhr um ihre Enkelin zu kümmern.
Sie führen zu zweit – abgesehen von Besuchen von Omas Ex-Liebhaberin – ein sorgloses Leben, bis es für Lisbet Zeit wird, in die Schule zu kommen. Oma will ihre Enkelin nicht hergeben und Lisbet befürchtet, in der Schule nicht mehr das malen zu dürfen, was sie möchte. Gleichzeitig freut sie sich auf die Schule und auf die Aussicht, sich mit ihrer zukünftigen Klassenkameradin Hanin anzufreunden. Lisbet und Oma wollen zusammen ihren letzten freien Sommer verbringen. Das Duo nimmt in ihrer Beziehung oft umgekehrte Rollen ein. Während Oma ausgesprochen unkonventionell ist und viel Quatsch macht, möchte die vernünftige Lisbet am liebsten „normal speziell“ sein. – Emma Karinsdotter wird mit ihrer fantasievollen, empathischen Schreibweise mit der legendären schwedischen Kinderbuchautorin Barbro Lindgren verglichen. Ihr Buch hat sie an erster Stelle zum Vorlesen geschrieben, was auch dank der für die deutsche Ausgabe gefertigten, ausdrucksvollen Illustrationen von Lilli L´Arronge sicher vielen Kindern Spaß machen wird. Vom Zähmen der Oma, wie es im Titel heißt, kann (noch) keine Rede sein. Es wird in den nachfolgenden Bänden spannend zu lesen sein, ob Lisbet ihrer Oma Paroli bieten und ihren eigenen Weg gehen kann. Wenn man die überbordende Selbstbezogenheit und Wildheit der Oma nicht so ernst nimmt, ist es eine wunderbare, skurrile Geschichte mit viel Herz. Ab 6 Jahren.
Maria Holgersson
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Sommer, in dem ich meine Oma zähmte
Emma Karinsdotter ; mit Illustrationen von Lilli L'Arronge ; aus dem Schwedischen von Friederike Buchinger
dtv (2023)
190 Seiten : Illustrationen (farbig)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 6