Plastik im Kopf
Zehn Gramm Mikroplastik – das entspricht etwa zwei Kreditkarten – haben wir durchschnittlich im Gehirn, weiteres in anderen Organen. Das bleibt nicht folgenlos, wie der bekannte Psychiater und Neurowissenschaftler Manfred Spitzer (zul. "Künstliche
Intelligenz", BP/mp 24/823) ausführt. In seinem Buch geht es aber auch um die Herkunft kleinster Kunststoffpartikel, um unterschiedliche Arten und Herstellungsverfahren von Plastik einschließlich "Bio-"Plastik, ihre Verwendung, Entsorgung und mögliche Alternativen. Doch Spitzer stellt auch klar: Aus vielen Bereichen, etwa dem Gesundheitswesen, aber auch etwa bei Autoreifen, die durch Abrieb einen großen Teil des Problems verursachen, ist Kunststoff vorerst nicht wegzudenken. Er erläutert mit Zahlen, Daten und Grafiken detailliert den neuesten Stand des Wissens über Wege und Wirkungen von Mikro- und Nanoplastik in der Umwelt und im Körper von Mensch und Tier. Dabei differenziert er, was Vermutungen sind und wo noch (viel!) Forschungsbedarf besteht. Am Ende jedes Kapitels steht als "Fazit" eine Zusammenfassung. Diese Fazits eignen sich auch als Kurzfassung der umfassenden und eingehenden Informationen, die das Buch bietet. Am Schluss findet sich eine Auflistung der Empfehlungen, wie jeder die Aufnahme von Mikroplastik über Nahrung und Atmung im Alltag reduzieren kann. Zumindest ab mittleren Beständen dringend empfohlen!
Monika Graf
rezensiert für den Borromäusverein.
Plastik im Kopf
Manfred Spitzer
Droemer (2026)
271 Seiten : Illustrationen, Diagramme
fest geb.