Großonkel Pauls Geigenbogen
Romeo Franz, ein deutscher Sinto und engagierter Verfechter der Rechte von Sinti und Roma in Deutschland, erzählt in diesem Buch die Familiengeschichte seiner weitverzweigten Vorfahren. Als Künstler, Handwerker und Kaufleute mit zumeist festem Wohnsitz
in Preußen und Pommern waren sie zunächst geachtete Personen, bis Anfang des 20. Jhs. eine zunehmende Drangsalierung erfolgte, die schließlich mit dem Vernichtungsfeldzug der Nazis endete. Ein Teil seine Familie konnte sich durch die Flucht durch viele europäische Länder retten, viele wurden jedoch auch ermordet. Anhand von Erzählungen älterer Verwandter, aber auch von erhaltenen Dokumenten und Fotos vermittelt er ein lebendiges Bild seiner Familie. Dem Autor geht es jedoch auch darum, auf die bis heute existierende Diskriminierung von Sinti und Roma hinzuweisen und auf die Tatsache, dass es lange gedauert hat, bis ihre Vernichtung durch die Nazis ebenso Beachtung fand, wie die der Juden. – Ein sehr beachtenswertes Buch, für alle Bestände zu empfehlen.
Julia Massenkeil-Kühn
rezensiert für den Borromäusverein.
Großonkel Pauls Geigenbogen
Romeo Franz, Alexandra Senfft
Goldmann (2024)
383, [24] Seiten : Illustrationen (teilweise farbig), Karten
fest geb.