Soziopathin
Patric Gagne ist selbst promovierte Psychotherapeutin, aber auch diagnostizierte Soziopathin. Schon als Kind registriert sie ihr Anderssein und auch den inneren Druck, der sich durch ihr Anderssein in ihr aufbaut und den sie nur durch extremes Verhalten
wie Diebstahl, Einbrüche oder Gewalttaten in Schach halten kann. Während eines Sommercamps lernt sie mit 14 Jahren ihren späteren Mann David kennen und weiß bereits am Ende des Sommers, dass David einer der wichtigsten Menschen in ihrem Leben sein wird. Sie studiert Psychologie und während des Studiums erhält sie dann durch Fachleute, aber auch durch eigenes Studium die Diagnose „Soziopathin“ und setzt sich in den folgenden Jahren mit ihren fehlenden sozialen Emotionen auseinander und mit dem Krankheitsbild Soziopathie überhaupt. Im Verlauf des Buches erfahren Leser:innen, dass nicht nur extreme Vertreter wie Adolf Hitler oder Charles Manson bekannte Soziopathen waren; das Ausmaß der fehlenden sozialen Eigenschaften ist sehr unterschiedlich in seinen Ausprägungen, sodass viele nicht einmal diagnostiziert sind. Patric Gagne lebt heute mit Mann David und zwei Kindern als Therapeutin. Ihr Buch gewährt einen spannenden und auch aufklärenden Blick auf eine Persönlichkeitsstörung, über die man selten etwas hören oder lesen kann. Ihre Erinnerungen lesen sich streckenweise wie ein Roman. – Empfohlen für alle Büchereien.
Annemarie Schreibert
rezensiert für den Borromäusverein.
Soziopathin
Patric Gagne ; aus dem amerikanischen Englisch von Britta Fietzke
Goldmann (2025)
428 Seiten
fest geb.